Der österreichische Insolvenz-Entgelt-Fonds, der Arbeitnehmern bei Unternehmensinsolvenzen Lohnansprüche absichert, steht vor einer dringenden Finanzierungslücke von etwa 160 Millionen Euro. Die Ursache für diese Situation ist eine Kombination aus steigender Zahl von Unternehmenspleiten und schwacher Konjunktur.

Im Jahr 2022 wurde der Arbeitgeberbeitrag, der IESG-Zuschlag zur Arbeitslosenversicherung, reduziert, um Lohnnebenkosten zu senken. Allerdings hat diese Maßnahme nun haushaltspolitische Belastungen verursacht und führt zu einem erheblichen finanziellen Defizit.

Für 2027 prognostizieren Berechnungen Einnahmen von nur etwa 162 Millionen Euro, während die Ausgaben auf rund 350 Millionen Euro steigen. Um den Mangel auszugleichen, werden sowohl eine Kreditaufnahme als auch eine Anhebung des Zuschlags in Betracht gezogen.

Eine Rückkehr zum früheren Satz von 0,2 Prozent der Beitragsgrundlage würde die fehlenden Mittel weitgehend decken, obwohl dies Widerstand aus politischer Richtung erhält. Derzeit beträgt der durchschnittliche Zuschlag etwa 54 Euro pro Arbeitnehmer jährlich und könnte sich bei einer Verdoppelung auf rund 108 Euro erhöhen.