Die norwegische Fortschrittspartei (FrP) hat sich in den letzten vier Jahren zu einer mächtigen Kraft im politischen System Norwegens entwickelt. Ihre Anführer, darunter Sylvi Listhaug aus Sunnmøre, haben mit einem unkonventionellen und oft populären Stil ihre Wählerbasis erheblich gewinnen können.
Während die FrP bei der Parlamentswahl 2021 nur 11,6 Prozent erreichte, verdoppelte sie ihr Ergebnis vier Jahre später auf 23,8 Prozent mit 47 Mandaten – das beste Parteiergebnis in ihrer Geschichte. Diese steile Steigung hat den traditionellen politischen Betrieb Norwegens erheblich verändert: Die Arbeiterpartei ist nun überholten und die FrP bewegt sich in den Umfragen zwischen 26 und 31 Prozent, wobei sie im Juli knapp 30 Prozent erreichte.
Das CDU-Äquivalent Høyre kam nur auf 15 Prozent zurück. Die FrP hat nicht nur Wähler aus der Mitte des politischen Spektrums an sich gewonnen, sondern auch rechts davon.
Besonders spektakulär ist ihr Erfolg bei jungen Männern unter 35 Jahren: Der Anteil ihrer Wähler stieg zwischen 2021 und 2025 von 15 auf 38 Prozent. Dieser Erfolg hat das jahrzehntelang von Sozialdemokraten und Konservativen dominierte Parteiensystem Norwegens ins Rutschen gebracht, indem sie ihren früheren Koalitionspartner Høyre verschluckte.
Die FrP ist damit nicht nur eine rechte Partei, sondern hat sich zu einer mächtigen Kraft im politischen Spektrum Norwegens entwickelt. Ihre resolute und klar formulierten Ansichten sowie ihre unkonventionellen politischen Strategien haben dazu beigetragen, dass sie in kurzer Zeit einen erheblichen Einfluss gewinnen konnte.
