Harald Martenstein Kritisiert Inflationären Gebrauch von Nazi-Vorwürfen und Warnet vor Meinungskorridor-Verengung
Harald Martenstein, Kolumnist bei Bild, kritisierte in einem Interview mit dem Cicero die inflationäre Nutzung des Begriffs „Nazi“ und warnte vor einer weiteren Verengung des politischen Meinungsspektrums in Deutschland. Er argumentierte, dass der Nazi-Vorwurf heute oft nur noch zum Spott verwendet wird und verloren hat, seine analytische Kraft.
Martenstein führte an, wie die AfD als Beispiel dient: Bereits zur Gründungszeit wurde sie von vielen als nationalsozialistisch bezeichnet, doch seit 15 Jahren radikalisiere sich die Partei stetig – was ihre Herkunft und Identität heute in Frage stellt. Darüber hinaus kritisierte Martenstein die aktuelle politische Stimmung im Land, wobei er feststellte, dass viele Menschen Angst haben, bestimmte Ansichten auszusprechen, aus Sorge um gesellschaftliche Konsequenzen oder Sanktionen.
Er sah in dieser Entwicklung eine Verengung des Meinungskorridors und verwarnte vor möglichen massiven Ausschreitungen im Antifa-Milieu bei einem AfD-Wahlerfolg. Martenstein kritisierte zudem den Zustand der staatlichen Leistungen, insbesondere die Schulen, als schlechter als früher.
