Bundeswehr-Wehrpflicht-Modernisierungsgesetz: Fragebogen und Kriegsdienstverweigerungen
Seit Anfang des Jahres haben fast 200.000 junge Männer und Frauen Post von der Bundeswehr erhalten, die sie mit einem detaillierten Fragebogen ausfüllen müssen. Das Gesetz tritt nach Angaben des Verteidigungsministeriums am 1. Januar 2026 in Kraft und ist verpflichtend für Männer, während Frauen den Fragebogen freiwillig ausfüllen können.
Neben der Befragung sieht das neue Wehrdienst-Modernisierungsgesetz auch die verpflichtende Musterung von 18-jährigen Männern vor, obwohl der Wehrdienst selbst weiterhin freiwillig ist. Die Anzahl der Kriegsdienstverweigerungsanträge im ersten Quartal 2026 stieg deutlich, wobei 2.656 Anträge gestellt wurden, verglichen mit 2.249 in 2024. Das Verteidigungsministerium hat bisher keine Aussagen über den Anklang des Fragebogens treffen können und behauptet, erst im Laufe des Jahres valide Rückschlüsse ziehen zu können.
Ein weiterer Punkt der Kontroverse betraf einen Paragraphen in dem Gesetz, der Aufenthalte im Ausland, die länger als drei Monate dauern, grundsätzlich von der Bundeswehr genehmigt haben sollte. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gestand ein, dass dieser Paragraph ein Fehler sei und setzte ihn per Verwaltungsvorschrift aus.
Allerdings fand eine Außerkraftsetzung des Gesetzes bis heute faktisch nicht statt.
