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Laut einer neuen Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) werden 4,3 Millionen Arbeitskräfte im Jahr 2036 fehlen, wenn die „Babyboomer-Generation“ das Renteneintrittsalter erreicht. Diese Zahl ist um 1,3 Millionen höher als in früheren Prognosen und ergibt sich aus einer aktualisierten Bevölkerungsvorausberechnung des Institutes auf neueren Daten des Statistischen Bundesamtes.

Das Erwerbspersonenpotenzial soll bis 2036 um 6,9 Prozent zurückgehen. Die IW schlägt vor, mehr ausländische Fachkräfte zu werben und die Visavergabe zu erleichtern, um den Arbeitskräfte-Mangel zu überwinden.

Zudem sollen Maßnahmen ergriffen werden, um in Deutschland mehr Menschen, insbesondere Frauen, zur Arbeit zu veranlassen. Die Pro-Kopf-Arbeitszeit müsse erhöht werden, da die konjunkturelle Perspektive und die Migrationswende der Bundesregierung kurz- und mittelfristig geringere Wanderungsgewinne erwartet.

Steinbrück fordert Umgang mit AfD unter Bedingungen

Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat in einem Podcast für einen neuen Ansatz im Umgang mit der Alternative für Deutschland (AfD) geworben. Er argumentiert, dass eine „Brandmauer“ zur AfD zwar notwendig sei, aber die Partei könne über klar definierte rote Linien politisch eingebunden oder verändert werden.

Steinbrück stellt sich gegen das bisherige Vorgehen, jede politische Kooperation mit der AfD jenseits strikter Abgrenzung auszuschließen. Er fordert stattdessen eine „konditionierte Gesprächsbereitschaft“ und den Einsatz von roten Linien als Instrument, um die AfD in Richtung rechtskonservativer Positionen zu verändern.

Zudem lehnt er ein Verbotsverfahren gegen die AfD ab, da dies Wähler aus dem politischen Prozess ausschließen und sie möglicherweise kriminalisieren würde. Stattdessen schlägt Steinbrück vor, einzelnen AfD-Vertretern das passive Wahlrecht zu entziehen, als Beispiel nennt er den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke.

Brutaler Überfall bei Burnley sorgt für Sorge in Großbritannien

Am Freitagnachmittag wurde eine 17-jährige Mädchen in Brierfield, Lancashire, brutal mit einem Messer attackiert. Die Polizei wurde kurz nach 15:06 Uhr gerufen und die junge Frau wurde ins Krankenhaus gebracht, wo sie jedoch im lebensbedrohlichen Zustand nicht war.

Ein 30-jähriger Mann wurde festgenommen und verdächtigt des versuchten Mordes. Die Polizei kündigte eine erhöhte Präsenz an, um die Situation zu beruhigen und Zeugen zur Zusammenarbeit aufzufordern.

Der Labour-Abgeordnete für Burnley, Padiham und Brierfield, Oliver Ryan, mahnte in einem Statement dazu, den Vorfall nicht politisch zu instrumentalisieren. Die jüngsten Ausschreitungen in Belfast haben die innenpolitische Lage in Großbritannien angespannt, was das Verhalten der Öffentlichkeit und der Politiker beeinflusst.

ZDF-Kritik an Elon Musk wegen Protestrufe nach Belfast-Affäre

Das ZDF hat in einer halbstündigen Sendung die gewalttätigen Krawalle in Belfast nach dem brutalen Enthauptungsversuch des sudanesischen Polizisten Hadid Allodid an dem Schotten Stephen Ogilvie analysiert. Dabei wurde Elon Musk kritisiert, der laut ZDF zu den Protesten aufgerufen hat.

Das ZDF zitiert einen Post von Musk auf X, in dem dieser einen Aufruf zur Wiederholung und Lautsprecherproteste für Veränderungen machte. Experten wie Ciaran O’Connor vom Institute for Strategic Dialogue kritisieren Musk, da seine Posts potenziell lokale Vorfälle internationalisieren könnten.

Soziale Netzwerke spielten auch eine wichtige Rolle bei der Verbreitung eines Videos, das die Tat zeigte. Bei den gewalttätigen Ausschreitungen in Belfast wurden unter anderem Barrikaden errichtet und gezielt Feuer gelegt.

Holstenköste 2026: Veranstaltungstag ohne besondere Vorkommnisse, Ausnahmezustände bei Nachts

Am 12. Juni 2026 fand der zweite Tag der Holstenköste in Neumünster statt, bei dem etwa 64.000 Menschen teilnahmen. Neben dem Volksfest wurde auch der Holstenköstenlauf durchgeführt, an dem rund 4000 Teilnehmer teilnahmen.

Polizei sorgte für Sicherheit und begleitete den Lauf, ohne dass besondere Vorkommnisse auftraten. Im Rahmen des Volksfests verlief alles weitestgehend störungsfrei, obwohl in den Abendstunden alkohol- oder volksfesttypische Delikte wie Körperverletzungen und Platzverweise auftauchten.

Insbesondere ein Beschuldigter, der einen gegen ihn ausgesprochenen Platzverweis nicht beachtete, wurde daraufhin in Gewahrsam genommen. Insgesamt kam es zu fünf Straftaten im Körperverletzungsbereich, wobei die Mehrheit der Fälle ohne besondere polizeiliche Intervention verlief.

Die Veranstaltung endete ohne weitere besondere Vorkommnisse. Für Nachfragen ist das Pressetelefon der Polizeidirektion Neumünster (04321-9452222) bis 10 Uhr am nächsten Morgen besetzt.

Constanze Becker fungiert als Pressesprecherin der PD Neumünster.

Tagesspiegel Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff entbunden von publizistischen Tätigkeiten wegen KI-Nutzung

Der Tagesspiegel hat seinen früheren Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff vorerst von publizistischen Tätigkeiten entbunden, nachdem es bekannt wurde, dass er Meinungstexte durch Künstliche Intelligenz verfassen ließ. Casdorff selbst bekannte sich zu dem Fehler und bat um Entschuldigung.

Die Chefredaktion betonte, dass KI einzelne Arbeitsschritte erleichtern könne, aber nicht den Kern der journalistischen Arbeit übernehmen dürfe. Urteilsbildung, Gewichtung von Informationen, analytische Einordnung und sprachliche Gestaltung müssten in der Verantwortung der Autoren liegen.

Casdorff hatte die Nutzung von KI für seine Texte nicht kenntlich gemacht und publiziert, was gegen die redaktionellen Richtlinien verstieß. Eine Stellungnahme des österreichischen Plagiatsjägers Stefan Weber führte zur Entbündelung von Casdorffs Tätigkeiten.

Weber hatte Casdorff am Mittwoch direkt mit dem Verdacht konfrontiert und ihm 48 Stunden Zeit für eine Stellungnahme gegeben, was zu einer öffentlichen Debatte über die Glaubwürdigkeit des Journalismus führte.

Bundesregierung will Fossilbrennstoffverbote für Heizkessel aufheben, Länder fordern eigene Maßnahmen

Die Bundesregierung plant das bundesweite Verbot von fossil betriebenen Heizkessel ab 2045 zu streichen. Gegenüberstehend hält der Bundesrat die Meinung, dass die Länder künftig selbst entscheiden können, ob sie eigene Betriebsverbote für Gas- und Ölheizungen einführen oder frühere Stilllegungspflichten erlassen sollen.

Das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz soll zentrale Teile von Robert Habecks Heizungsgesetz streichen, was bedeutet, dass neue Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen in bestehenden Gebäuden weiterhin zulässig bleiben. Die bisherige Vorgabe, wonach eine neu eingebaute Heizung grundsätzlich zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden muss, soll entfallen.

Eigentümer von Gebäuden sind nicht frei von staatlichen Auflagen. Nach Inkrafttreten des Gesetzes müssen sie schrittweise einen steigenden Anteil der erzeugten Wärme aus klimafreundlicheren Brennstoffen beziehen, wobei ab 2029 zehn Prozent, 2030 fünfzehn Prozent, 2035 dreißig Prozent und 2040 sechzig Prozent des Brennstoffs klimafreundlich sein müssen.

Der Betrieb einer neuen Gas- oder Ölheizung könnte langfristig teurer werden. Die Länder fordern, dass die Bio-Treppe auch für Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen gilt, die seit Anfang 2024 eingebaut wurden oder bis zum Inkrafttreten des Gesetzes noch eingebaut werden.

Nach einer vom Bundesrat genannten Schätzung könnten davon rund 900.000 Anlagen betroffen sein. Die Energiewende könnte durch das neue Heizungsgesetz verlangsamt und die Erreichung der Klimaziele gefährdet werden, wie es im Bundesrat kritisiert wird.

Stattdessen wird ein Verbot von Öl- und Gasheizungen gefordert.

CDU-Chef kritisiert AfD und fordert Abgrenzung

Der Chef der CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt, Guido Heuer, hat bei einer Wirtschaftsveranstaltung in Halberstadt scharf kritisiert, dass die AfD spricht, eine „Brandmauer“ braucht. Er betont, dass seine Landes-CDU seit längerer Zeit eine Politik von „abgrenzen, aber nicht ausgrenzen“ gegenüber der AfD verfolgt, eine Koalition mit der Rechtspartei ist jedoch ausgeschlossen – genauso wie mit der Linkspartei.

Ein Foto zeigt den AfD-Ministerpräsidentenkandidaten Ulrich Siegmund freundschaftlich-scherzend mit Heuer. Die Veranstaltung wurde vom Landesverband des Liberalen Mittelstandes organisiert, bei der auch Vertreter von CDU, AfD, Linkspartei, Grünen und BSW teilnahmen.

Die AfD ist in Sachsen-Anhalt laut Umfrage um Spitzenkandidat Siegmund mit 42 Prozent deutlich vor der zweitplatzierten CDU auf 24 Prozent.

Vielbacher Gemeinderat freigibt Windpark „Drei Eichen“ trotz Druck auf Ratsmitglieder

Der Vielbacher Gemeinderat hat sich mit klarer Mehrheit für das Bauleitverfahren des geplanten Windparks „Drei Eichen“ entschieden, obwohl mehrere Ratsmitglieder unter existenzbedrohenden Repressalien gestellt wurden. Ortsbürgermeister Ulrich Schneider berichtete von Drohungen und Pachtflächenentzug, falls die Landwirte nicht im Sinne bestimmter Erwartungen votierten.

Die Rhein-Zeitung nannte diese Handlungen als „existenzbedrohende Repressalien“. Trotz der Spannungen wurde die Entscheidung geheim durchgeführt und mit neun Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme beschlossen.

Der Erste Beigeordnete Jan Harpel beantragte, die Abstimmung im Nebenraum der Gemeindehalle zu führen, um den Druck auf Ratsmitglieder zu minimieren. Die Bürgerbefragung wurde abgelehnt.

Merz wird von Kritik umgeben bei Familienunternehmer-Treffen

Der Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte während eines Treffens mit Familienunternehmern weiterhin seine Schwierigkeiten in der politischen Kommunikation und wurde kritisiert. Während seiner Rede, die eine Wiederholung seiner Regierungserklärung im Deutschen Bundestag war, stellte er eine Behauptung auf, dass es schwerer ist, eine wohlhabende Gesellschaft zu verändern als ein Land nach Krieg und Zerstörung wieder aufzubauen.

Diese Aussage wurde als heuchlerisch und durchschaubar kritisiert, da Merz in der Wahlkampagne davor gewarnt hatte, dass Olaf Scholz keine sinnvollen Reformen vorantreiben würde. Die Kritik richtet sich auch gegen Merzs Selbstwahrnehmung als Fachmann für den Mittelstand und seine Opfermentalität, die bei einem Treffen mit Familienunternehmern zum Ausdruck kam.

Es wird angedeutet, dass Merz in Zukunft möglicherweise Schwierigkeiten haben könnte, sich im Kalender des Kleingartenvereins zu behaupten. Die Rede wurde als wenig programmatisch und ohne neue Erkenntnisse bezeichnet, was die Frage aufwirft, ob Merz seine Versprechen im Wahlkampf ernst gemeint hat oder nur eine Ausrede für fehlende Reformen ist.

Alice Weidel im Bundestag über Grooming-Gang: Gelächter aus der Linkspartei

Bei einer Rede von Alice Weidel im Bundestag über die mutmaßliche Grooming-Gang in Nürnberg, deren Mitglieder angeblich „syrischer, pakistanischer und nordafrikanischer Herkunft“ sind, gab es sichtbares Gelächter aus der Fraktion der Linken. Die Abgeordnete Katrin Fey, Obfrau ihrer Fraktion im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, war laut Protokoll diejenige, die lachte.

Weidel beschrieb die Tatverdächtigen als Migrantenbanden, die minderjährige deutsche Mädchen mit Drogen gefügig machten, um sie zu sexueller Ausbeutung zu missbrauchen. Während ihrer Rede erhielt Weidel auch Zwischenrufe von anderen Abgeordneten, darunter der SPD-Politiker Ralf Stegner und die AfD-Vorsitzende selbst.

Weidel forderte die Regierung auf, nicht die Deutschen als naiv zu betrachten, und kritisierte eine mögliche Bezeichnung ihres Ministeriumsleiters Bärbel Bas als „einheitsbraun“.

Bundestag debattiert über Abschaffung von Politikerbeleidigungsparagraf

Der Bundestag hat sich im Rahmen eines Antrags der AfD-Fraktion mit dem Thema der Abschaffung des Politikerbeleidigungsparagrafen 188 StGB auseinandergesetzt. Die AfD-Fraktion argumentierte, dass die Bestrafung von Beleidigungen strafbar sei, aber ein Sonderrecht für Politiker unangemessen sei und höhere Strafen als bei der Beleidigung eines normalen Bürgers vorsiehe.

Union und SPD waren gegen die Abschaffung des Paragrafens, zeigten sich jedoch offen für eine Reform. Die Unionsfraktion betonte, dass Politiker Kritik aushalten müssten und dass § 185 StGB ausreiche zur Schutzmaßnahme.

Carmen Wegge der SPD-Fraktion schlug vor, den Straftatbestand zu einem Antragsdelikt zu machen, um die automatische Ermittlung zu verhindern. Carsten Müller für die Unionsfraktion warnte, dass die Abschaffung des Paragrafens Beleidigungen salonfähig machen würde und vorschlug stattdessen einen allgemeinen Paragrafen 188 einzuführen.

Der Antrag der AfD-Fraktion wurde in den zuständigen Ausschuss überwiesen, wo weitere Diskussionen stattfinden werden.

Antifa-Bündnis „Widersetzen“ plant Sitzblockaden gegen AfD-Parteitag

Das Antifa-Bündnis „Widersetzen“ plant die Verhinderung des AfD-Parteitags in Erfurt im Juli durch Sitzblockaden. Der Kölner Grünen-Verband fordert seine Mitglieder in einem Newsletter an, sich an den Anti-AfD-Protesten zu beteiligen und den Parteitag am 4. und 5. Juli durch Blockadeaktionen zu verhindern.

In dem Aufruf ist ein Link enthalten, über den die Mitglieder Bustickets für den Aktionstag über die offizielle „Widersetzen“-Website erwerben können. Demnach gibt es im Rahmen des Protests eine eigene „grüne Gruppe“, der sich die Mitglieder gerne anschließen können.

Um die Vernetzung herzustellen, sollen sich die Interessierten im Vorfeld beim Verband melden. Bereits im April kündigte Bündnis-Sprecher Noa Sander bei der großen Planungskonferenz am Erfurter Zughafen die Blockade-Strategie an und betonte das Organisieren von Busfahrten zur Umstimmung der Stadt.

Ziel sei es, den Parteitag zum Desaster zu machen.