Der österreichische Insolvenz-Entgelt-Fonds steht vor einer dringenden Finanzierungslücke von rund 160 Millionen Euro. Das Problem hat sich durch schwache Wirtschaft und steigende Firmenpleiten verschärft, wobei das Guthaben des Fonds von Anfang 2023 noch bei 385 Millionen Euro lag und bis Ende 2026 nur noch 30 Millionen Euro übrigbleiben sollen.

Der Fonds finanziert sich über einen Arbeitgeberbeitrag, den sogenannten IESG-Zuschlag zum Arbeitslosenversicherungsbeitrag, der Anfang 2022 von 0,2 auf 0,1 Prozent der Beitragsgrundlage gesenkt wurde. Für 2027 rechnet das von der SPÖ geführte Arbeitsministerium mit einem Leistungsaufwand von 350 Millionen Euro, während der Staat nur 162 Millionen Euro pro Jahr einnimmt.

Die Regierung muss die Lücke entweder über Kredite schließen oder den Zuschlag per Verordnung wieder erhöhen, was eine Rückkehr von 0,1 auf 0,2 Prozent bedeuten würde und jene 160 Millionen Euro bringen könnte. Politisch ist der Fall heikel, da die ÖVP und Neos die Senkung der Lohnnebenkosten als Erfolg verkaufen wollen, und für 2028 eine Entlastung um rund zwei Milliarden Euro geplant ist.

Derzeit kostet der IESG-Zuschlag im Schnitt rund 54 Euro pro Arbeitnehmer und Jahr, was bei einer Verdoppelung zu etwa 108 Euro pro Jahr führen würde.