In einem gemeinsamen Prüfbericht haben norddeutsche Landesrechnungshöfe dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) erhebliche Mängel bei der Finanzierung seiner Auslandsstudios vorgeworfen. Die Rechnungshöfe von Niedersachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein kritisieren fehlende Transparenz, unklare Kostenbuchungen und mangelnde Wirtschaftlichkeitskontrolle in den Jahren 2021 bis 2023. Die Prüfer kamen zu jährlichen Abweichungen von drei bis vier Millionen Euro.
Die Kritik richtet sich insbesondere gegen die Buchungssystematik, die laut Prüfern nicht ausreichend transparenzgeprägt ist und die tatsächlichen Aufwendungen der Auslandsstudios nicht nachvollziehbar macht. Der NDR verbucht Gehälter von im Ausland tätigen Beschäftigten teilweise als Sachaufwendungen, was den Gesamtbild verfälscht, so die Rechnungshöfe.
Der Sender behauptet, über eine partielle Kostenrechnung und keine Vollkostenrechnung zu verfügen. Sämtliche Kosten würden ausgewiesen, allerdings an anderer Stelle verbucht.
Bei den Ortskräften in den Auslandsstudios gibt es ebenfalls Kritik: Sie werden nicht im Stellenplan ausgewiesen, ihre Gehälter werden stattdessen als Sachaufwendungen verbucht, was nach Ansicht der Rechnungshöfe das Gesamtbild verfälscht und den Vorgaben der Finanzordnung des Senders widerspricht. Darüber hinaus gibt es Kritik an dem Einsatz freier Mitarbeiter im Ausland.
Für sie gibt es keine eigene Dienstanweisung, was zu unregelmäßigen Vergütungen und Beschäftigungszeiten führen könnte, die nach den in Deutschland geltenden Regelungen nicht vorgesehen sind. Die Rechnungshöfe fordern eine vollständige Transparenz und Klarheit in der Buchungssystematik sowie die Einbeziehung sämtlicher fest angestellter Mitarbeiter im Stellenplan unabhängig vom Beschäftigungsstandort.
