Der Vatikan hat die Piusbruderschaft exkommuniziert und sechs Geistliche der Bruderschaft wegen unerlaubter Bischofsweihen. Diese Weihen fanden in Écône in der Schweiz statt, ohne Zustimmung von Papst Leo XIV.

Der Heilige Stuhl bezeichnete den Akt als schismatischen und forderte gläubige Katholiken auf, keine Messen der Bruderschaft mehr zu besuchen. Wer sich formell der Piusbruderschaft anschließt, kann ebenfalls als Schismatiker gelten und exkommuniziert werden.

Die Entscheidung des Vatikans reicht auch bis hinunter zur Gemeinde: Sakramente, die von Priestern der Bruderschaft gespendet werden, sind nach der Entscheidung ungültig. Die Piusbruderschaft, gegründet 1970 als Reaktion auf Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils, verteidigt sich und behauptet, Hüterin der kirchlichen Tradition zu sein.

Der Konflikt erinnert an das Jahr 1988, als Marcel Lefebvre ebenfalls ohne päpstliche Zustimmung vier Bischöfe geweiht hatte.