In Nürnberg bahnt sich ein schwerwiegender Skandal ab, bei dem ausländische Männer, hauptsächlich von syrischer, pakistanischer und nordafrikanischer Herkunft, vermutlich an der sexuellen Ausbeutung minderjähriger Mädchen beteiligt sind. Die Tatverdächtigen sollen gezielt junge Mädchen aus prekären Familien- und Wohnverhältnissen ansprechen, mit Zuwendung umwerben und sie durch Drogen abhängig machen.

Die ersten Annäherungen fanden hauptsächlich in der Nürnberger Innenstadt, am Nelson-Mandela-Platz sowie im Umfeld des Hauptbahnhofs statt. An diesen Orten etablierte sich zunächst ein zunehmender Drogenhandel, von dem aus die Männer gezielt Kontakt zu den Mädchen suchten.

Die Polizei berichtet, dass die Männer einem klaren Muster gefolgt seien: Zunächst mit Aufmerksamkeit und Geschenken umworben, später durch harte Drogen wie Crystal Meth abhängig gemacht. Die Mädchen hätten dann nur noch gegen sexuelle Handlungen oder andere Dienstleistungen Betäubungsmittel erhalten.

Der Verdacht auf sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen steht im Raum. Bislang sind zehn Personen identifiziert worden, darunter ein 23-jähriger Syrer, der bereits in Untersuchungshaft sitzt.

Gegen vier Männer wird unter anderem wegen Drogenhandels, Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige und Sexualdelikten ermittelt. Haftbefehle wurden gegen einen 22-jährigen Syrer und einen 25-jährigen Staatenlosen, die sich auf der Flucht befinden, sowie gegen einen 18-jährigen Pakistaner erlassen.

Der Fall weckt Erinnerungen an den britischen Grooming-Gang-Skandal von Rotherham, wo über Jahre hinweg Mädchen aus schwierigen sozialen Verhältnissen abhängig gemacht und sexuell ausgebeutet wurden. Tausende Mädchen sind den Gangs zum Opfer gefallen.