Die CSU und die Freien Wähler haben im Bayerischen Landtag einem Antrag der Grünen zugestimmt, der sich auf mehr Damentoiletten in neu gebauten Versammlungsstätten konzentriert. Der Antrag unter dem Titel „Frauen müssen übrigens auch mal“ zielt darauf ab, eine Parität von Männer- und Frauentoiletten zu erreichen, etwa in Stadien, Theatern, Kinos und Konzerthallen.
Obwohl die Versammlungsstättenverordnung des Freistaats bereits getrennte Sanitäranlagen für beide Geschlechter vorsieht, haben Männertoiletten oft mehr Platz aufgrund der Pissoirs. Der Beschluss bedeutet keine unmittelbare Änderung der Versammlungsstättenverordnung, sondern zielt auf einen Kompromiss ab: Die Staatsregierung soll sich weiterhin im Bund für eine einheitliche Regelung einsetzen.
Dennoch wird die Parität in Bayern „in jedem Fall umgesetzt“ werden sollen. Ein aktueller Entwurf für eine bundesweite Regelung sieht nur vor, dass es eine ausreichende Zahl von Toiletten geben muss – konkrete Zahlen werden jedoch nicht genannt.
Bayern könnte mit dem beschlossenen Antrag einen Sonderweg gehen und die neue Vorschrift ausschließlich in Neubauten umsetzen. Bereits bestehende Einrichtungen stünden unter Bestandsschutz, müssten also ihre Sanitäranlagen nicht nachträglich ausbauen.
Ebenfalls von der Regelung ausgenommen sind sogenannte „fliegende Bauten“, das sind Veranstaltungslokalitäten, die lediglich temporär aufgebaut werden – etwa Volksfeste und Festivals. Dazu zählt auch das Oktoberfest.
Die Entscheidung wird jedoch noch nicht unmittelbar durchgesetzt, da ein aktueller Entwurf für eine bundesweite Regelung keine konkreten Zahlen vorsieht.
