Deutschland steht vor dem Risiko eines Jahrzehntes des Stillstands in der wirtschaftlichen Leistung, wenn die gegenwärtigen Trends fortgesetzt werden. Der demografische Wandel mit der Verrentung der „Baby-Boomer“ und der damit verbundene Fachkräftemangel, insbesondere im Baugewerbe, Gesundheitsberufen, bei Ingenieuren und IT-Spezialisten, bedrohen die wirtschaftliche Entwicklung.

Eine Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, dass das Erwerbspersonenpotential nur konstant bleiben würde, wenn es eine Nettozuwanderung von 400.000 Personen pro Jahr gäbe bis 2035.

Die Öffnung der Hochschulen für ausländische Studenten könnte helfen, junge Menschen für qualifizierte Ausbildungen zu gewinnen, aber das Dilemma besteht darin, dass die jährlichen Ausbildungskosten von etwa 11.000 Euro im Schnitt vom deutschen Steuerzahler getragen werden und der volkswirtschaftliche Nutzen für Deutschland oft nicht ausgewertet wird, wenn Absolventen nach dem Studium in ihre Heimatländer zurückkehren („Brain-Drain“). Studiengebühren könnten als Lösung dienen, aber sie könnten abschreckend wirken und die Finanzierung in dieser Lebensphase schwierig machen.

Zwei Drittel der Bundesländer erheben spezielle Studiengebühren für internationale Studenten von außerhalb der EU plus Island, Liechtenstein, Schweiz. In Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Baden-Württemberg gibt es bereits spezielle Gebühren für das Zweitstudium an öffentlichen Hochschulen, während in Baden-Württemberg seit dem Wintersemester 2017/2018 auch Studiengebühren für internationale Studenten erhoben werden.

Der Anstieg der ausländischen Studenten und höhere Abbruchquoten gegenüber „Bildungsinländern“ sind die Hauptgründe hierfür. Die Herausforderungen liegen in der Balance zwischen der Förderung des Studieninteresses und dem Schutz des volkswirtschaftlichen Nutzens, während gleichzeitig Lösungen für den Fachkräftemangel im Blickpunkt stehen.