Die SPD Hannover steht im Mittelpunkt eines handfesten Skandals, der sich um die ehemalige stellvertretende Fraktionschefin Hülya Iri dreht. Sie gründete 2018 den Verein „Integrationsarbeit Kronsberg e.V.“ und erhielt bis Ende Juni vergangenen Jahres knapp 740.000 Euro aus verschiedenen Quellen, darunter das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) und das Land Niedersachsen.
Die AfD berichtete, dass weitere 350.000 Euro vom SPD-geführten Landessozialministerium bewilligt wurden. Allerdings wurden keine konkreten Projekte durchgeführt.
Das Amtsgericht Hannover hat ein Insolvenzverfahren eingeleitet, und Iri gab ihr Mandat im Stadtrat ab. Ihre Tochter Esma Bozdemir übernahm das Vereinsvorsitz und besitzt mehrere Immobilien in Hannover.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun, ob das Fördergeld für Immobilien gekauft wurde oder ob Honorare an Iri und Bozdemir gezahlt wurden. Insolvenzverwalter tappen im Dunkeln, da keine hohen Einzelbeträge abgehoben wurden, aber monatliche Honorare stetig gestiegen sind.
