Nach Deutschlands Niederlage bei der Wahl um einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat wächst die Kritik an früheren Außenministerin Annalena Baerbock sowohl im In- als auch im Ausland. Insbesondere aus afrikanischen Ländern wird ihr ein bevormundender Politikstil vorgeworfen, der Stimmen gekostet haben soll.

Im Umfeld eines Treffens führender afrikanischer Politiker in Nairobi äußerte sich Botswanas Ex-Präsident Mokgweetsi Masisi kritisch zur deutschen Außenpolitik während ihrer Amtszeit und sprach von einem „herablassenden und respektlosen Verhalten“. Er meinte, dass Deutschland dann mehr Stimmen aus Afrika für den UN-Sitz erhalten könnte.

In Deutschland wird Baerbock ebenfalls kritisiert. Hessens Minister für Internationales, Manfred Pentz (CDU), sagte: „Baerbock hat es verbockt in ihrer Amtszeit als Außenministerin.“ Stephan Mayer der CSU fordert eine umfassende Aufarbeitung der Wahlniederlage im Bundestag und beharrt darauf, dass Baerbock im Auswärtigen Ausschuss Stellung nimmt und detailliert darlegt, welche Maßnahmen zur Gewinnung von Unterstützung für die deutsche Kandidatur ergriffen wurden.