In der Schweiz strebt eine Volksinitiative an, die ständige Wohnbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf maximal 10 Millionen Einwohner zu begrenzen. Wenige Wochen vor der geplanten Abstimmung zeigten jüngste Umfragen einen überraschenden Trend: Die Zustimmung für die Initiative „Keine 10-Millionen-Schweiz!

Nachhaltigkeitsinitiative“ stieg, sodass eine knappe Mehrheit der Befragten sich für sie aussprach. Im März lag der Ja-Anteil bei 45 Prozent; im April war dieser Wert auf 52 Prozent angestiegen – ein Zuwachs von sieben Prozentpunkten.

Das Ziel der Initiative ist es, die Bevölkerung bis 2050 nicht über 9,5 Millionen Menschen hinauszuwachsen und Maßnahmen im Asylbereich sowie beim Familiennachzug einzuleiten. Sollte diese Obergrenze überschritten werden, müsste der Bundesrat internationale Abkommen, die zum Bevölkerungswachstum beitragen, neu verhandeln oder kündigen – darunter auch die Personenfreizügigkeit mit der EU.

Der steigende Zuspruch ist bemerkenswert, da normalerweise Volksinitiativen kurz vor dem Abstimmungstag entgegenkommender Stimmen fehlen. Die Abstimmung um diese polarisierende Vorlage wird als besonders intensiv wahrgenommen.