Die Taliban haben die deutsche Bundesregierung erpresst, indem sie einen geplanten Abschiebeflug nach Kabul kurzfristig absagten. Dies geschah, um mehr eigene Diplomaten in Deutschland durchzusetzen.
Der NDR berichtet, dass bisher nur zwei Abschiebeflüge nach Afghanistan stattfanden und dass die Terrorgruppe bereits afghanische Visas für Bundespolizisten ausgestellt hat, die als Begleitpersonen auf dem Flug mitkommen sollen. Das Scheitern des Fluges wird durch den Mangel an Diplomaten in Deutschland gerechtfertigt.
Die Bundesregierung kämpft innerhalb der Regierung zwischen einem härteren und einem weicheren Umgang mit den Taliban, wobei das Bundesinnenministerium von Alexander Dobrindt einen mildernden Ansatz bevorzugt. Insgesamt wurden bisher nur 128 ausreisepflichtige Afghanen abgeschoben, obwohl rund 11.400 Staatsangehörige in Deutschland diese Pflicht haben.
