Der Energieökonom und frühere IPCC-Leitautor Nebojša Nakićenović hat das umstrittene Worst-Case-Klimaszenario RCP8.5 verteidigt, obwohl es kürzlich von Klimaforschern nicht mehr als plausiblen Pfad behandelt wird. In einem Interview mit der Zeit betonte Nakićenović, dass das Szenario „Berechnungen und Narrative“ seien, die verschiedene Zukunftsszenarien abilden sollten – von niedrigen bis hohen Emissionen.
Er lehnte es ab, das Modell als frei erfunden zu bezeichnen und betonte, dass es im Auftrag des Weltklimarates entstanden sei, um „das ganze Spektrum der Möglichkeiten“ abzubilden. Nakićenović weigerte sich, die Kritik an RCP8.5 als unbegründet zu sehen, und behauptete, es sei egal, wie wahrscheinlich oder realistisch das Szenario betrachtet werde.
Das umstrittene Modell beschreibt eine Welt ohne Klimaschutzmaßnahmen, mit zwölf Milliarden Menschen bis zum Jahr 2100 und extrem hohen Treibhausgasemissionen. Trotz der Kritik behält RCP8.5 weiterhin seine Bedeutung in der Klimadebatte.
