Der Vorsitzende des Normenkontrollrats, Lutz Goebel, hat das geplante Heizungsgesetz der schwarz-roten Bundesregierung heftig kritisiert. Er bezeichnete die neuen Regeln als „handwerklich schwach“ und „praxisfern“, wobei sie überkompliziert seien und in Teilen praktisch kaum umsetzbar.

Goebel forderte, den Entwurf und Expertenvorschläge „umfassend“ zu prüfen, da die betroffenen Eigentümer nur mit „externer Beratung“ umsetzen müssten. Das Kabinett hatte dem Entwurf der Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und der Bauministerin Verena Hubertz (SPD) zugestimmt, das Biomethan- oder Bioöl-Anteil in den Gas- und Ölheizungen bis 2040 schrittweise auf 60 Prozent steigen soll.

Zudem sollen Vermieter ab 2028 die Hälfte der Kosten für Netzentgelte, den CO2-Preis und Biokraftstoffe bei einem Heizungstausch tragen müssen. Das neue Gesetz soll das durchgesetzte Gebäudeenergiegesetz entschärfen, indem die Pflicht wegfallen soll, neue Heizungen mit einem Mindestanteil von 65 Prozent erneuerbarer Energien zu betreiben, was Hausbesitzer um fünf Milliarden Euro pro Jahr entlasten soll.