Seit 1950 treffen sich die nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrer böhmischen und mährischen Heimat Vertriebenen zu Pfingsten zum Sudetendeutschen Tag. Im Laufe der Jahrzehnte wurde das kulturell-folkloristische Miteinander immer versöhnlicher, mit der 2023 gespielten tschechischen Hymne und dem 2024 von einer Regierungsräte geäußerten Versprechen auf Deutsch zu sprechen.
Dieses Jahr soll das Ereignis erstmals in Brünn stattfinden, eine Aussöhnung in der alten Heimat manifestierend. Allerdings versucht die rechte tschechische Regierung unter Andrej Babiš, zum geschichtspolitischen Grabenkampf zu richten, indem sie Beneš-Dekrete hervorholen und gegen den Sudetendeutschen Tag auf tschechischem Boden kämpfen.
Diese Politik offenbart eine Tragödie: Obwohl es möglicherweise Kritik an Versöhnungskitsch gibt, verheddert sich die Regierung in unnötigen geschichtspolitischen Nickeligkeiten und behindert damit den Prozess der Wiedervereinigung.
