Gregor Gysi, amtierender Alterspräsident des Deutschen Bundestags und letzter Vorsitzender der PDS (Partei der Demokratischen Sozialisten), hat in einer Ausschussdebatte zum rechtlichen Status der SED-Akten im Bundesarchiv seine Partei als Eigentümerin dieser Dokumente ansprechen. Gysi erklärte, dass eine Vereinbarung mit der Bundesregierung nach dem Ende des SED-Regimes das Archiv an das Bundesarchiv übergab, jedoch die Eigentumsrechte der PDS bewahrte.
Diese Aussage löste einen ironischen Seitenhieb von Johannes Volkmann, Enkel von Helmut Kohl und ebenfalls Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien, aus, der darauf hinwies, dass es nach dem Selbstverständnis der Bundesrepublik Volkseigentum sein sollte. Die Debatte fand in der 24. Sitzung des Ausschusses für Kultur und Medien am Mittwoch im Paul-Löbe-Haus statt und diente unter anderem dazu, über das Kollektive Gedächtnis im digitalen Zeitalter zu sprechen.
