Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat ein eigenes Rentenkonzept vorgelegt, das sich von den Vorschlägen der von der Regierung beauftragten Kommission unterscheidet. Während die Regierungskommission vorgeschlagen hat, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren abzuschaffen und das Renteneintrittsalter zu erhöhen, will der DGB an der sogenannten „Rente mit 63“ festhalten.
Zudem fordert der Gewerkschaftsbund eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge, bei der Arbeitgeber verpflichtet sind, zwei Prozent des Bruttolohns oder mindestens 988 Euro pro Jahr einzuzahlen. Die Finanzierung dieser Maßnahmen soll hauptsächlich durch die Arbeitgeber und Gutverdiener erfolgen.
Es sollen „leicht erhöhte Beiträge“ geben, sowie ein größeres Zuschuss aus dem Bundeshaushalt, der aus „hohen Einkommen, großen Vermögen und Kapitaleinkünften“ finanziert werden soll. Das Ziel ist eine gerechte Verteilung des Wohlstands, die sich auf gute Arbeit, gute Löhne und gute Renten konzentriert.
Die Rentenkommission des DGB wurde im Januar eingesetzt und arbeitete parallel zur Alterssicherungskommission der Regierung. Das Papier umfasst 11 Seiten und legt fest, dass das Rentenniveau zunächst auf 50 Prozent und später auf 53 Prozent angehoben werden soll, wodurch die Menschen bis zu 90 Prozent ihres letzten Gehalts als Rente erhalten könnten.
Politiker und Selbstständige sollen ebenfalls in die gesetzliche Rentenkasse eingehen. Eine kapitalgedeckte Rente wird abgelehnt; stattdessen sollte ein zusätzlicher Zuschuss zur GRV über einen Kapitalstock finanziert werden, um das Umlagesystem zu stärken.
