Eine vom Bundeskriminalamt (BKA) in Auftrag gegebene Studie, die unter dem Namen „Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung“ (MOTRA) bekannt wurde, wird als Teil eines breiteren Überwachungsapparats kritisiert. Die Studie nutzt Lektüre von Medien wie der JUNGEN FREIHEIT oder Tichys Einblick als Indikator für gesellschaftliche „Radikalisierungstendenzen“.

Der Bericht, der jährlich erstellt und im März auf einer Konferenz in Wiesbaden vorgestellt wurde, wird von den Verfassungsschutzbehörden neben anderen Instrumenten zur Überwachung und Denunziation begleitet. Politiker wie CDU-Ministerpräsident Daniel Günther sehen sich dabei als befugt, unbotmäßiges Lektüreverhalten unter der Lupe zu nehmen.

Kritiker sehen in dieser Haltung eine Verschärfung des Repressionsscheins und ein Eindringen in die Presse- und Meinungsfreiheit. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen präsentierte vor kurzem eine Verifikations-App, die ebenfalls zur Überwachung führen könnte.