Dem deutschen Automobilzulieferer Mahle drohen umfangreiche Stellenstreichungen, möglicherweise sogar Werksschließungen. Vor allem das Verbrenner-Verbot setzt dem Schwergewicht zu und drückt die heimische Automobil- und Zulieferindustrie unter großem Druck.
Arnd Franz, Vorstandschef von Mahle, hat in einer Aussage gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) angekündigt, dass künftige Investitionen in europäische Werke für Komponenten von Verbrennungsmotoren kritisch überprüft werden sollen. Das Unternehmen hängt derzeit rund 60 Prozent der etwa 10.000 Arbeitsplätze in Deutschland an der Produktion solcher Bauteile, was zu Theorien über Personalabbau und Werksschließungen führen könnte.
Die Einschnitte, die Mahle erwägt, wären jedoch kein Novum. Bereits im vergangenen Jahr schloss der Konzern in Europa und Nordamerika sechs Standorte und leitete zudem die Stilllegung von vier weiteren Werken ein.
Hintergrund für die geplanten Kürzungen sind laut Franz der schrumpfende Fahrzeugmarkt sowie die Rahmenbedingungen in Deutschland, die die Widerstandsfähigkeit und Handlungsfähigkeit des Unternehmens „auf eine harte Probe“ stellen. Neben hohen Energiekosten bereiten vor allem die umfangreiche Regulierung und die rechtlichen Vorgaben auf Bundes- und EU-Ebene der heimischen Automobil- und Zulieferindustrie Probleme – insbesondere das geplante Verbrenner-Verbot ab 2035 und die sich kontinuierlich weiter verschärfenden Flottengrenzwerte.
Franz hat jüngst bei einer Veranstaltung in Stuttgart erklärt, dass bestehende Regelungen wirtschaftlich kaum noch tragfähig seien, und dass das Verbot in seiner jetzigen Form stoppen würde, was die Produktion von Motorentechnik in Europa betreffen könnte. Diese Entwicklungen haben auch Auswirkungen auf andere Unternehmen im Automobilsektor.
Die DIW-Ökonomin Claudia Kemfert hat sich bei Markus Lanz für eine Transformation der Energieversorgung ausgesprochen und behauptet, dass die deutsche Industrie nur dann eine Zukunft habe, wenn sie schnellstmöglich von Gas auf grünen Wasserstoff umstellt.
