Der künftige Kieler Oberbürgermeister Samet Yilmaz steht vor neuerlichen Vorwürfen nach einer Sicherheitsüberprüfung seines früheren Arbeitgebers, des schleswig-holsteinischen Verfassungsschutzes. Laut einem Bericht des Spiegels soll Yilmaz im Jahr 2024 einen Kollegen gebeten haben, einen türkeistämmigen Unternehmer im Nachrichtendienstlichen Informationssystem NADIS zu überprüfen – ohne erkennbaren dienstlichen Anlass.

Hintergrund soll ein Vereinsfest gewesen sein, das Yilmaz in seiner damaligen Funktion als Kieler Ratsherr besuchen wollte. Die Abfrage verlief jedoch ohne Ergebnis und der Unternehmer sei nicht als Extremist gespeichert gewesen.

Nach Bekanntwerden dieses Vorgangs wurde Yilmaz versetzt, was bereits Mitte Oktober bekannt geworden war. Als Auslöser galt der Vorgang um den „Türkischen Tag“ vom 8. Juni 2025, bei dem die Veranstaltung im Verfassungsschutzbericht Schleswig-Holsteins als Beispiel für Aktivitäten der Ülkücü-Bewegung – der sogenannten „Grauen Wölfe“ – genannt wurde.

Yilmaz setzte sich nachdrücklich dafür ein, dass die Abbauarbeiten eines Festes der Grauen Wölfe aufgrund schlechten Wetters um einen Tag verlängert werden sollten. Zusätzlich versuchte er am Tag der Veranstaltung telefonisch kurzfristig eine Genehmigung beim Grünflächenamt einzuholen, was jedoch scheiterte, da das Amt an Feiertagen nicht besetzt ist.

Unmittelbar nach Bekanntwerden des Sachverhalts wurde Yilmaz versetzt. Diese Entwicklung stellt den künftigen Oberbürgermeister Kiel vor neue Herausforderungen und könnte seine Amtszeit beeinflussen.