Der frühere Bundesfinanzminister Christian Lindner kritisiert in einem Interview mit der Rheinischen Post den neuen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für seine Unterabschätzung der Auswirkungen von Koalitionen mit linken Parteien auf bürgerliche Politik. Lindner argumentiert, dass Merzs Kritik an der FDP in der Ampel-Regierung wie ein Bumerang zurückkommt und er sich gezwungen sehe, höhere Schulden, Steuern und Bürokratie zu erklären.

Er sieht das Problem in einer gegenseitigen Blockade zwischen den Parteien der Mitte, die Reformen unterbleiben lässt und die Ränder stärkt. Lindner hofft auf ein ähnliches Momentum wie bei Olaf Scholz (SPD), der trotz Defizite den Mut hatte, Rot-Grün die Zeitenwende abzutrotzen.

Trotzdem bleibt er optimistisch über die Zukunft der FDP und betont ihre Notwendigkeit als marktwirtschaftliche Stimme im Staatssektor. Lindner erklärt, dass er nicht wieder in die Politik zurückkehren wird, sondern sich auf den Vorstandsvorsitz des Autohändlers Autoland AG konzentrieren will.