Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat in einem Interview mit The Pioneer kategorisch nicht ausgeschlossen, dass mögliche Steuererhöhungen während der anstehenden Koalitionsgespräche zur Tagesordnung kommen könnten. Er betonte die Notwendigkeit einer Bereitschaft, „aus eingetretenen Pfaden etwas herauszutreten“ und kritisierte eine zu starke Kategorisierung von Positionen.
Die Aussage wurde im Kontext der Steuerreform ab 2027 in den Fokus gerückt, bei der die Union bisher Steuererhöhungen bislang kategorisch abgelehnt hatte. Dobrindts Aussagen könnten eine Veränderung des Kurses zur SPD signalisieren, da diese seit langem darauf drängt, Spitzenverdiener stärker zu belasten, um Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen zu finanzieren.
Derzeit greift der Spitzensteuersatz von 42 Prozent ab einem Einkommen von 69.879 Euro, während die sogenannte Reichensteuer bei 45 Prozent fällig wird, ab 277.826 Euro. Die offizielle Steuerreform soll untere und mittlere Einkommen entlasten, wie diese Entlastung gegenfinanziert wird, bleibt jedoch offen – und genau hier wächst der Spielraum für höhere Steuern.
