Die Bundesanwaltschaft hat den 17-jährigen Kosovaren Erjon S. Anklage wegen dreifachen versuchten Mordes erhoben, wobei auch Körperverletzung und gefährliche Körperverletzung sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Nötigung vorgeworfen werden. Am 5. September ging S., der laut Anklage Anhänger einer islamistisch-dschihadistischen Ideologie ist, mit einem Messer bewaffnet zu einer Grundschule in Essen, wo er zunächst einen Hausmeister schlug und ihn mit Pfefferspray bespritzte.
Danach attackierte S. seine Berufsschullehrerin mehrfach mit dem Messer im Oberkörper. Er versuchte dann die Alte Synagoge in Essen aufzusuchen, fand aber kein passendes Opfer und stach stattdessen einem zufällig vorbeikommenden Mann in den Rücken.
Als die Polizei eintraf, ging S. mit gezücktem Messer auf sie zu, um einer Festnahme zu entgehen und seinen Märtyrertod zu provozieren. Er wurde durch einen Schuss ins Gesicht gestoppt und überlebte diesen.
Auch seine Opfer überlebten, trugen aber schwere Verletzungen davon. S. befindet sich seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft.
