Der neue bayerische Verfassungsschutzbericht beobachtet die AfD weiter, jedoch hat sich die inhaltliche Begründung für diese Beobachtung dramatisch verändert. Das BayLfV hat in den vergangenen Jahren eine breite Palette von Befunden unterfüttert, darunter Parteikommunikation, Telegram-Gruppen mit gewaltsamen Umsturzfantasien und Social-Media-Posts, die Parallelen zwischen dem heutigen Rechtsstaat und Nationalsozialismus zogen.

Im neuen Bericht sind diese Befunde weitgehend verschwunden. Stattdessen wird der Fokus auf Fotos von Treffen mit rechten Akteuren gelegt.

Ein Beispiel dafür ist Björn Höcke, der trotz Verurteilung wegen SA-Parolen weiterhin als Redner in Bayern eingeladen wird. Der Bericht beginnt nicht mehr mit einer Bewertung durch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), und die vom BfV im Mai 2025 öffentlich bekanntgegebene Hochstufung der AfD zur „gesichert extremistischen Bestrebung“ wird ebenfalls nicht erwähnt.

Zudem sind die Kernabschnitte des Vorjahresbandes, wie „Staats- und Demokratiefeindlichkeit“ und „Migrations- und Islamfeindlichkeit“, verschwunden. Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln vom Februar 2026, die Hochstufung vorläufig auszusetzen, wird nicht erwähnt.