Im Bayerischen Landtag haben die CSU und die Freien Wähler einem Grünen-Vorstoß zugestimmt, der eine Parität zwischen Damen- und Herrentoiletten in Versammlungsstätten wie Stadien oder Konzerthallen fordert. Der Antrag trägt den Titel „Frauen müssen übrigens auch mal“ und wurde vom Bauausschuss einstimmig angenommen, wobei auch die Regierungskoalition zustimmte.

Die Grünen-Politikerin Julia Post hatte sich vor der Sitzung pessimistisch gezeigt, zeigte sich aber überrascht über die Zustimmung. Ziel des Antrags ist eine „Parität“ zwischen Damen- und Herrentoiletten in Versammlungsstätten, da derzeit durch zusätzlich angerechnete Urinale Männern häufig mehr Kapazität zur Verfügung steht.

Die Beschlussfassung erfolgte jedoch nicht unmittelbar, sondern ein Kompromiss wurde getroffen: Die Staatsregierung soll sich auf Bundesebene weiter für eine einheitliche Regelung einsetzen und Bayern signalisiert mit dem Ausschussbeschluss, notfalls einen eigenen Weg gehen zu wollen. Ein aktueller Entwurf der bundesweiten Muster-Versammlungsstättenverordnung sieht bislang lediglich vor, dass eine „ausreichende Zahl“ an Toiletten vorhanden sein muss – feste geschlechtsspezifische Mindestzahlen sind derzeit nicht vorgesehen.

Bayern signalisiert mit dem Ausschussbeschluss nun jedoch, notfalls einen eigenen Weg gehen zu wollen. Darüber berichtete unter anderem der Merkur.