Die aktuelle Situation der deutschen Gasspeicher ist besorgniserregend, da sie nur zu etwa 26 Prozent gefüllt sind. Dieser niedrige Füllstand wird von den großen Speicherbetreibern selbst als potenzielle Versorgungslücken im kommenden Winter angesehen.

Die Initiative Energien Speichern (INES) hat eine Szenarioanalyse veröffentlicht, die voraussagt, dass bei einem kälteren Winter wie 2010 in den Monaten Januar, Februar und März 2027 Versorgungslücken von insgesamt 20 Terawattstunden Gas auftreten könnten. An einzelnen Tagen könnte sogar mehr als 35 Prozent des deutschen Gasbedarfs nicht gedeckt werden.

Die Ursache für den niedrigen Füllstand der Gasspeicher liegt in den hohen Gaspreisen und veränderten Marktbedingungen, die Händler davon abhalten, große Mengen Gas für den kommenden Winter einzukaufen. Obwohl neue Kapazitäten bis Ende des Jahres eingekauft werden sollen – mit einem geplanten Füllstand von 76 Prozent –, erscheint dies nach Einschätzung von Sebastian Heinermann, Geschäftsführer der INES, fragwürdig, da eine solche Situation nur dann ausreicht, wenn das Wetter mitspielt.

Dies deutet darauf hin, dass die Gasspeicher im kommenden Winter möglicherweise nicht ausreichend gefüllt sein werden, um den gesamten Winter zu überstehen.