Bei der Wahl zur Landtagsvizepräsidentin in Baden-Württemberg ist der AfD-Kandidat Joachim Kuhs nicht als vorgedruckte Option auf dem Stimmzettel erschienen. Abgeordnete konnten seinen Namen lediglich handschriftlich ergänzen, was die AfD-Fraktion als „Tiefpunkt des Parlamentarismus“ bezeichnet und rechtliche Prüfung anstrebt.

Gewählt wurde die Grünen-Politikerin Muhterem Aras mit 106 Ja-Stimmen, während Kuhs nur 33 Stimmen erhielt. Die AfD-Fraktion verfügt im neuen Landtag über 35 Mandate.

Der neue Landtagspräsident Thomas Strobl sah nach Angaben des Staatsanzeigers kein Problem in der Wahlzettelgestaltung, die jedoch Kritik aus der Fraktion der Grünen und der CDU erntete, die sich darauf verständigt hatten, künftig nur noch einen Stellvertreterposten vorzusehen. Miguel Klauß, Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion, sprach von einem „traurigen Schauspiel“ und beschuldigte Grünen und CDU, die Opposition auszusgrenzen.