Die deutsche Industrie hat in den vergangenen Jahren erhebliche Verluste an Arbeitsplätzen registriert. Eine neue Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) für das erste Quartal 2026 zeigt, dass seit dem Vorkrisenjahr 2019 insgesamt 341.500 Industriejobs in Deutschland weggefallen sind – ein Rückgang von gut sechs Prozent.

Allein im ersten Quartal 2026 lag die Beschäftigung um 127.300 Stellen, also 2,3 Prozent, unter dem Vorjahresniveau. Der stärkste Stellenabbau traf die Automobilindustrie, wo seit 2019 etwa jeder siebte Arbeitsplatz verloren ging – insgesamt 111.000 Jobs.

In kleineren Branchen wie Textil- und Metallindustrie fiel der Rückgang noch härter aus: In der Textilindustrie sank die Beschäftigung um rund 22 Prozent, in der Metallindustrie um 15 Prozent. Die Ursache für den Arbeitsplatzabbau ist vor allem die hohe Kostenbelastung am heimischen Standort.

Dies schwächt die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen und setzt sie finanziell unter Druck, was zu Insolvenzen, Produktionsverlagerungen und Stellenstreichungen führt. Eine baldige Trendwende ist nicht in Sicht: Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) befragte 46 Wirtschaftsverbände und erwartete einen anhaltenden Stellenabbau über das Jahr hinweg.