Der Kulturphilosoph Ernest Becker argumentiert in seinem Buch „The Denial of Death“ dass alles Tun des Menschen darauf abzielt, die eigene Sterblichkeit zu verleugnen. Nach Beckers Theorie sind Kulturen und ihre Objektivationen wie Religion, Kunst und Literatur „Unsterblichkeitsprojekte“, die es dem Menschen ermöglichen, seine eigene Unsterblichkeit zu simulieren.

Dieser Wunsch nach Dauer und Fortbestehen ist ein grundlegender Treiber des menschlichen Verhaltens. Einige große Autoren wie Horaz und Ovid haben in ihren Werken ähnliche Wünsche nach literarischer Unsterblichkeit ausgedrückt.

Becker argumentiert, dass dieser Wunsch nicht nur bei großen Autoren, sondern bei allen Menschen vorliegt, die versuchen, ihre eigene Bedeutung und Identität über das eigene Leben hinaus zu erfüllen. Durch diese Theorie soll Beckers Werk ein tieferes Verständnis für menschliches Verhalten und die Natur der Kultur bieten.

##