Ein vom Bundesinnenministerium geförderter Forschungsverbund hat umfassende Ergebnisse zu politisch motivierten Zwangsadoptionen in der SBZ und der DDR vorgelegt. Die dreijährige Studie ergab, dass der SED-Staat zwischen 1945 und 1989 systematisch in Familien eingriff und Kinder ihren Eltern entzog.
Das Forschungsprojekt wurde vom Deutschen Institut für Heimerziehungsforschung geleitet und von Wissenschaftlern verschiedener Universitäten und Einrichtungen unterstützt. Die Studie kommt zu dem Befund, dass staatliche Eingriffe unter dem Vorwand angeblicher sozialer oder wirtschaftlicher „Missstände“ durchgesetzt wurden, um Adoptionen gegen den Willen der Betroffenen durchzusetzen.
Die Forscher ordnen diese Praxis eindeutig als Teil des Systemunrechts der SED-Diktatur ein. Das Bundesinnenministerium stellte für das Vorhaben rund eine Million Euro zur Verfügung.
Die Ergebnisse der Studie sind ein wichtiger Beitrag zum Verständnis der Geschichte der SBZ und DDR, insbesondere in Bezug auf die politischen Motive hinter den Zwangsadoptionen.
